Major Keuhlartz (Kompaniechef 2./AufklBtl7) und Hauptfeldwebel Kottusch (Spähzugführer 2./AufklBtl7) berichten über den Bundeswehreinsatz in Mali

Am vergangenen Mittwoch hat sich die Junge Union im Kreis Coesfeld mit zwei Angehörigen der zweiten Kompanie des Aufklärungsbataillon 7 und Patenkompanie der Stadt Lüdinghausen getroffen - wenn auch pandemiebedingt auf digitalem Wege. Dabei trugen Major Patrick Keuhlartz über den UN-Einsatz MINUSMA und Hauptfeldwebel Stefan Kottusch über seine persönlichen Erfahrungen in Mali, vor. Die Patenkompanie selbst stellte einen Spähtrupp mit insgesamt sechs Soldaten für diesen Einsatz auf dem afrikanischen Kontinent.
Gegenstand des Einsatzes in Mali ist die Überwachung der Waffenruhe zwischen den verschiedenen Konfliktparteien und die Stabilisierung des Landes. Nach einer näheren Vorstellung der Struktur des Aufklärungsbataillons berichtete Hauptfeldwebel Kottusch zunächst über die umfassenden Vorbereitungen des 180-tägigen Einsatzes, der im vergangenen März begann. Nach dem Flug von Köln-Bonn über Bamako zum Militärflughafen Gao im Norden des Landes stand vor Ort zunächst eine geordnete Übergabe mit den Vorgängern im Einsatz auf dem Programm. Die anschließenden Aufgaben bestanden vor allem aus Patrouillen- und Überwachungseinsätzen. Kottusch betonte, dass die Anwesenheit der Bundeswehr von der einheimischen Bevölkerung überwiegend positiv wahrgenommen wurde. Vielzitierte Berichte über mangelnde Ausrüstung der Bundeswehr konnte er hingegen nicht bestätigen.
Sehr anschaulich konnte der Hauptfeldwebel die Verhältnisse vor Ort beschreiben. Beispielsweise müsse man sich zunächst daran gewöhnen, dass der Anblick von bewaffneten Zivilisten in manchen Ländern nichts Ungewöhnliches sei. Eine wesentliche Herausforderung des multinationalen Einsatzes sei die Verständigung über diverse Sprachbarrieren hinweg gewesen. Zu den größten Belastungen gehörten die klimatischen Verhältnisse mit Temperaturen von bis zu 50°C und erheblicher Luftfeuchtigkeit während der Regenzeit, die sowohl den Soldaten als auch dem militärischen Gerät zusetzten. Auch von der Corona-Pandemie blieb der Einsatz nicht unverschont. So kam es im Lager der Soldaten zwischenzeitlich zu einer zweiwöchigen Quarantänesituation.
Anschließend diskutierten die Teilnehmer noch über die Rolle der Bundeswehr in der Gesellschaft. Major Keuhlartz bekräftigte seinen Eindruck, dass die Bundeswehr in breiten Teilen der Bevölkerung großen Rückhalt genieße und sich daran in den vergangenen Jahren auch nichts geändert habe. Dennoch sei es wichtig, dass die Bundeswehr umfassende Öffentlichkeitsarbeit betreibe. Auch die gegenwärtigen, unterstützenden Tätigkeiten in Gesundheitsämtern oder Altenheimen könnten dabei helfen, Hemmschwellen abzubauen und das Bild des Staatsbürgers in Uniform als Teil der Gesellschaft, zu stärken. Der Austausch mit der Jungen Union sollte hierzu ebenfalls einen Beitrag leisten. Abschließend dankte der JU-Kreisvorsitzende Kilian Baumann den beiden Soldaten nicht nur für den informativen Abend, sondern auch für den engagierten Einsatz zum Wohle der Allgemeinheit.

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