Am vergangenen Mittwoch hat sich die Junge Union mit Burkhard Kleffmann, Geschäftsführer der Kleffmann Digital RS GmbH und Gründer der Kleffmann Group, über die Zukunft der Landwirtschaft ausgetauscht. Die Kleffmann Group war eines der führenden Marktforschungsunternehmen im Bereich Landwirtschaft mit Zweigstellen in aller Welt.

In doppelter Hinsicht interessant wurde der Abend durch den Umstand, dass Burkhard Kleffmann von 1986-1990 selbst Vorsitzender der Jungen Union im Kreis Coesfeld war. Nach einer kurzen Vorstellung der Unternehmenshistorie machte Kleffmann deutlich, dass er die wesentlichen Herausforderungen für die Landwirtschaft in zunehmenden politischen Restriktionen sieht. So sei es problematisch, dass heimische Landwirte mit teuren Auflagen zu kämpfen haben, welche die Konkurrenz auf dem Weltmarkt nicht hat. Dabei mache man es sich zu einfach, wenn man die großen Discounter einseitig zum Sündenbock für Preiskämpfe erkläre. Vielmehr müssten auch die Verbraucher ihre Einstellung überdenken und eine höhere Zahlungsbereitschaft für Qualitätsstandards entwickeln.
Zudem werden Debatten über Düngemittel- oder Pestizidverbote eher auf emotionaler statt rational-wissenschaftlicher Ebene geführt. Allgemein sei es problematisch, dass große Teile der Bevölkerung keinerlei realistische Vorstellungen von der Funktionsweise eines landwirtschaftlichen Betriebes haben. Vielmehr werde in der Berichterstattung und in Unterhaltungssendungen ein absurd-romantisches Bild vom Landleben vermittelt. Kleffmann befürchtet daher, dass sich die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland weiter reduzieren wird. Schon zur Bewältigung der mit den wachsenden Auflagen verbundenen Bürokratie erreichten viele Betriebe nicht die kritische Größe.
In der anschließenden Diskussion ging Kleffmann besonders mit SPD und Grünen hart ins Gericht. Diese verfolgten eine Politik, die ausschließlich darauf abziele, einem Publikum zu gefallen, das von Landwirtschaft überhaupt keine Ahnung habe. Aber auch der CDU warf er vor, sich zu wenig für eine realistische Agrarpolitik einzusetzen. Gerade deshalb sieht Kleffmann es als wichtig an, dass Landwirte auf ihre Nöte aufmerksam machen und äußerte Verständnis die aktuellen Demonstrationen.

Von den erschwerten Umständen ist auch der Firmengründer selbst nicht unbetroffen geblieben. Die rückläufige Anzahl an landwirtschaftlichen Betrieben und dementsprechend sinkender Kundenanzahl war einer der Gründe dafür, im vergangenen Jahr die Marktforschung zu verkaufen. In den kommenden Jahren möchte er sich auf den verbliebenen Unternehmenszweig Kleffmann Digital konzentrieren, der vor allem auf die Optimierung landwirtschaftlicher Prozesse unter Verwendung von Satellitentechnik ausgerichtet ist.

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